PERMA – Ein wichtiges Konzept für die Positive Psychologie

In der Pflanzenwelt wird PERMAkultur mit nachhaltiger Landwirtschaft und Gartenbau assoziert. In der Positiven Psychologie sprechen wir von Aufblühen bzw. vom Flourishing. Was sich hinter PERMA verbirgt, und können Sie in diesem Betrag nachlesen UND im Video anschauen.

Aufblühen mit PERMA

Der Begriff Flourishing ist aus der Pflanzenwelt entlehnt, und lässt sich mit „Aufblühen“ übersetzen. Flourishing bezeichnet einen Lebensstil, der bestimmt ist von optimaler Lebensführung. Dazu zählen das Meistern der Lebensaufgaben und das Erleben von von Sinn-Erleben. Ebenso gehören persönliches Wachstum und die Stärkung der psychischen Widerstandskraft, der Resilienz dazu. Eine Voraussetzung für Flourishing ist, dass man mehr positive als negative Eindrücke und Erfahrungen erlebt.

PERMA ist ein Akronym und wurde vom Martin Seligman (2011) entwickelt und konzipiert. Mittlerweile ist die theoretische Fundierung und die Wirksamkeit von PERMA vielfach belegt.

„P is positive emotion, E is engagement, R is relationships, M is meaning and A is accomplishment. Those are the five elements of what free people chose to do. Pretty much everything else is in service of one of or more of these goals. That’s the human dashboard.“

Martin Seligman (*1942)

PERMA – Ein Dashboard für Glück und Wohlbefinden

Wenn man mit einem Auto von A nach B fahren will, hat man mehrere Entscheidungskriterien, wie man vorgehen kann.

Möchte ich mit möglichst wenig Spritverbrauch von A nach B kommen, wird ich darauf schauen mit geringer Drehzahl und niedriger Geschwindigkeit voran zu kommen. Möchte ich dabei die Landschaft genießen, werde ich eher Landstraßen den Autobahnen vorziehen. Und wenn ich möglichst schnell dort sein, werde Autobahnen vorziehen und möglicherweise den Spritverbrauch nicht berücksichtigen können. Kurzum: Je nach vordergründigen Ziel werde ich einen Faktor in den Mittelpunkt stellen. Die funktioniert bei relativ einfachen Problemstellungen mit trivialen Maschinen wie eben z.B. Autos.

Der Mensch ist jedoch ein komplexeres, soziales Wesen, eine nicht-triviale Maschine wie es Heinz von Foerster einmal formulierte. Deshalb brauchen wir mehrere Bezugspunkte, mehrere Messinstrumente auf die wir achten müssen, um unser Ziel zu erreichen. Man könnte es auch mit dem Dashboard bzw. dem Cockpit eines Flugzeugs vergeleichen.

Wenn wir Pilot für unser eigenes Leben sein wollen, und unser Ziel ein angenehmer Flug ist – in diesem Sinne Glückserleben, Wohlbefinden und Flourishing (Aufblühen), dann sollte wir immer unser persönliches PERMA Dashboard im Auge behalten.

Positive Emotions (Positive Emotionen)
Das Ausbleiben von negativen Emotionen und Gefühlen ist zwar hilfreich, jedoch noch nicht ausreichend um ein glückliches Leben zu führen. Das regelmäßige Erleben positiver Emotionen wie Zufriedenheit, Dankbarkeit, Genuss oder Zuneigung ist ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden. Außerdem: Wer mit Hoffnung und Optimismus in die Zukunft blickt, verbessert mit hoher Wahrscheinlichkeit das tägliche Wohlbefinden.
Engagement & Flow (Flow-Erleben)
Hierbei ist das englischsprachige Engagement gemeint, und bezieht sich somit auf das Flow-Erleben. Dieser Begriff geht auf den Psychologen Mihály Csíkszentmihályi zurück, und beschreibt das Gefühl eines „In-der-Tätigkeit-Aufblühens“ oder eines „Schaffens-Rausches“. Wenn Menschen in ihrer Tätigkeit aufgehen, sich für etwas – wie von selbst- engagieren, spricht man vom Flow-Erleben.

Der Flow entsteht meist bei der Bewältigung von Aufgaben, welche hinsichtlich der eigenen Kompetenzen und der zeitlichen Anforderungen im Bereich zwischen Unterforderungen (Langeweile) und Überforderungen (Angst) liegen. Das Flow-Erleben lässt uns aufblühen und erhöht bedeutend unsere Lebenszufriedenheit. Daher sollten Aufgaben entsprechend der Kompetenzen gefunden werden, die weder über- noch unterfordern.

Relationships (Soziale Beziehungen)
Soziale Interaktion mit anderen ist ein wichtiger Bestandteil für das alltägliche Wohlbefinden. Ein Sprichwort aus dem klinischen Bereich lautet: „Einsamkeit macht depressiv“, und zeigt auf, dass soziale Beziehungen für ein gesundes Leben Grundvoraussetzung sind. Soziale Interaktionen und darauf aufbauende soziale Beziehungen können in der Familie, in Freundschaften, in Gruppen, in Netzwerken oder in Team stattfinden.

Wichtig ist vorerst, dass diese stattfinden. Erst danach stellt sich die Frage nach der Art und Weise. Empathisches Handeln, der Resilienzfaktor Netzwerkorientierung, aktiv konstruktiver Reaktionsstil (ACR), authentisches Feedback oder auch kooperative Teamarbeit auf Augenhöhe sind Begriffe, die zum PERMA-Faktor Relationships dazu gehören. Chris Peterson formulierte passend dazu: „Other people matter“.

Meaning & Purpose(Sinn-Erleben)
Der vierte Faktor des PERMA-Modells bezieht sich auf das Erkennen und Erleben von Sinn. Seligman bezieht sich hierbei vor allem auf das eudaimonsiche Wohlbefinden. Auch bei diesem Faktor sollte man auf eine positive Bilanz achten.

D.h., man sollte das tägliche Handeln so gestalten, dass es den eigenen Werten und Idealen entspricht.

Accomplishment (Vollendung, Leistung)
Der fünfte PERMA-Faktor Accomplishment bezieht sich nicht in erster Line auf das Ergebnis eines Prozesses (z.B. Punkte bei einem Test), sondern vielmehr auf den Prozess selbst:

„Ich bin beim Test angetreten“ oder

„Ich habe mich getraut, beim Test anzutreten.“.

Man könnte auch sagen, es geht darum sich des „Weg dorthin“ bewusst zu werden, und die Zielerreichung auch zu zelebrieren, und nicht nur um den „Outcome“.
In anderen Worten: Wenn man eine Aufgabe, ein Projekt geschafft, darf man dies auch feiern – bedingungslos! Nicht nur, wenn dies „sehr gut“ erledigt wurde.

PERMA – Ein wichtiges Konzept für die Positive Psychologie

PERMA – Ein Einführungsvideo

Ein Hinweis in eigener Sache: Videodreh, die erste

Ich habe dazu ein kleines Einführungsvideo aufgenommen – zugegeben mein erstes. Der erste Test ist gut verlaufen und es werden in den nächsten Tagen und Wochen weitere folgen. Da ich auch etwas recherchiert und getestes habe, hier meine Empfehlungen:

OBS Studio als Aufnahmesoftware

VSDC als Schnittprogramm

Beide laufen auf meinem – nicht gerade neunen – Laptop halbwegs stabil. Geht also auch mit geringen technischen Ressourcen.

Gutes Gelingen!

Positive Psychologie und Resilienz: Gestärkt durch die Krise kommen!

Das Corona Virus hat uns als Gesellschaft hart erwischt. In einer gewissen Schockstarre. Mich auch. Ich habe mir überlegt wie ich was ich machen kann, und möchte ab heute jeden Tag einen kleinen Input aus den Bereich Positiven Psychologie und Resilienz bringen. Inprirende Text, kleine Video und  Übungen zum Ausprobieren.

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Über die PERMA-Kultur als Grundlage für agiles Lernens

Anfang Februar erreichte mich die frohe Botschaft, dass meine Einreichung bei der Agile Austria 2020 angenommen wurde. Ich freue mich sehr am 29. od. 30.4.2020 in Graz einen Workshop leiten zu dürfen.

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Buchrezension: Arbeit besser machen!

Es dürfte sich schon herumgesprochen haben, dass die Positive Psychologie mehr ist als nur an Positives zu denken und Schwächen zu negieren. Im vorliegen Buch von Nico Rose wird deutlich, wie es gelingen kann auf der Personalseite Schwächen zu managen und Stärken zu stärken und auf der ökonomischen-Seite mit wirtschaftlichen Erfolg zu verknüpfen.

„Die meisten Menschen wollen sich vermutlich gar nicht ´arschig´ verhalten.

Sie sehen allerding in Anbetracht der begrenzten Ressourcen ihre Felle davonschwimmen“

Nico Rose (S. 75) geht mit den Auswirkungen der klassischen Betriebswirtschaftslehre kritisch ins Gericht

PERMA als zentrales Konzept der Positiven Psychologie

Zu Beginn werden einige Grundgedanken und Modelle der Positiven Psychologie vorgestellt. Insgesamt ist das Buch sehr übersichtlich gestaltet, und orientiert sich an Seligman´s PERMA-Modell, das sich zu dem zentralen Konzept der Positiven Psychologie mausert. Durch die gelungene Mischung aus kurzweilig dargestellten theoretischen Modellen und Anwendungsbeispielen ist ein Werk sowohl für Theorie- und Praxisinteressierte entstanden. Die Theorieinputs sind verständlich geschrieben und wurden vielfach mit grafischen Darstellungen ergänzt. Für Rose war die Praxisseite von großer Bedeutung, und er hat insgesamt 33 Gespräche mit Experten aus Unternehmen, Beratung und Forschung geführt. Diese in Interviewform abzudrucken, hat dem Buch gut getan, und es noch ein Stück lebendiger gemacht.

PERMA ist ein Akronym und wurde vom Martin Seligman (2011) konzipiert. Hinter diesem Kürzel verstecken sich die fünf Zutaten für das Aufblühen (Flourishing):

  • P       Positive Emotions
  • E       Engagement
  • R       Relationships
  • M      Meaning
  • A       Accompolishment

Im Folgenden werden die fünfe PERMA-Zutaten näher beschrieben.

Positive Emotions (Positive Emotionen)
Das Ausbleiben von negativen Emotionen und Gefühlen ist zwar hilfreich, jedoch noch nicht ausreichend um ein glückliches Leben zu führen. Das regelmäßige Erleben positiver Emotionen wie Zufriedenheit, Dankbarkeit, Genuss oder Zuneigung ist ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden. Außerdem: Wer mit Hoffnung und Optimismus in die Zukunft blickt, verbessert mit hoher Wahrscheinlichkeit das tägliche Wohlbefinden.
Engagement & Flow (Flow-Erleben)
Hierbei ist das englischsprachige Engagement gemeint, und bezieht sich somit auf das Flow-Erleben. Dieser Begriff geht auf den Psychologen Mihály Csíkszentmihályi zurück, und beschreibt das Gefühl eines „In-der-Tätigkeit-Aufblühens“ oder eines „Schaffens-Rausches“. Wenn Menschen in ihrer Tätigkeit aufgehen, sich für etwas – wie von selbst- engagieren, spricht man vom Flow-Erleben.

Der Flow entsteht meist bei der Bewältigung von Aufgaben, welche hinsichtlich der eigenen Kompetenzen und der zeitlichen Anforderungen im Bereich zwischen Unterforderungen (Langeweile) und Überforderungen (Angst) liegen. Das Flow-Erleben lässt uns aufblühen und erhöht bedeutend unsere Lebenszufriedenheit. Daher sollten Aufgaben entsprechend der Kompetenzen gefunden werden, die weder über- noch unterfordern.

Relationships (Soziale Beziehungen)
Soziale Interaktion mit anderen ist ein wichtiger Bestandteil für das alltägliche Wohlbefinden. Ein Sprichwort aus dem klinischen Bereich lautet: „Einsamkeit macht depressiv“, und zeigt auf, dass soziale Beziehungen für ein gesundes Leben Grundvoraussetzung sind. Soziale Interaktionen und darauf aufbauende soziale Beziehungen können in der Familie, in Freundschaften, in Gruppen, in Netzwerken oder in Team stattfinden.

Wichtig ist vorerst, dass diese stattfinden. Erst danach stellt sich die Frage nach der Art und Weise. Empathisches Handeln, der Resilienzfaktor Netzwerkorientierung, aktiv konstruktiver Reaktionsstil (ACR), authentisches Feedback oder auch kooperative Teamarbeit auf Augenhöhe sind Begriffe, die zum PERMA-Faktor Relationships dazu gehören. Chris Peterson formulierte passend dazu: „Other people matter“.

Meaning & Purpose(Sinn-Erleben)
Der vierte Faktor des PERMA-Modells bezieht sich auf das Erkennen und Erleben von Sinn. Seligman bezieht sich hierbei vor allem auf das eudaimonsiche Wohlbefinden. Auch bei diesem Faktor sollte man auf eine positive Bilanz achten.

D.h., man sollte das tägliche Handeln so gestalten, dass es den eigenen Werten und Idealen entspricht.

Accomplishment (Vollendung, Leistung)
Der fünfte PERMA-Faktor Accomplishment bezieht sich nicht in erster Line auf das Ergebnis eines Prozesses (z.B. Punkte bei einem Test), sondern vielmehr auf den Prozess selbst:

„Ich bin beim Test angetreten“ oder

„Ich habe mich getraut, beim Test anzutreten.“.

Man könnte auch sagen, es geht darum sich des „Weg dorthin“ bewusst zu werden, und die Zielerreichung auch zu zelebrieren, und nicht nur um den „Outcome“.

In anderen Worten: Wenn man eine Aufgabe, ein Projekt geschafft, darf man dies auch feiern – bedingungslos! Nicht nur, wenn dies „sehr gut“ erledigt wurde.[/su_spoiler]

Überblick

Das erste PERMA-Kapitel geht auf die motivierende Wirkung von positiven Emotionen, wie zum Beispiel Optimismus, Dankbarkeit oder Ehrfurcht ein, aber auch auf negative Emotionen. Letztere nicht unter den Tisch zu kehren („Reiß Dich zusammen“), sondern wahrzunehmen und wertschätzend darauf zu reagieren, zeichnet Kollegen mit echtem Mitgefühl aus. Was es mit dem Flow-Erleben und das Ausleben der Charakterstärken auf sich hat, wird im Abschnitt Engagement erläutert. Nach einem „Intermezzo“ über Positive Leadership wird auf die Wichtigkeit von gelungenen Arbeitsbeziehungen hingewiesen. Im Kapitel über Meaning wird ausführlich auf die Unterschiede zwischen sinnvoller und sinnstiftender Arbeit anhand von Modellen und Interviews eingegangen. Danach folgt ein zweites „Intermezzo“ über die kreative Organisation, und die organisationalen Bedingungen der Kreativität. Das fünfte PERMA-Kapitel beschäftigt sich mit dem bewussten Wahrnehmen von vollbrachten Leistungen. Im Schlusskapitel werden die Inhalte nochmals zusammenfassend reflektiert.

„„Anstatt Individualität, Freiheit, Wachstum, Leistung und Konkurrenz müssten Miteinander und Füreinander gefördert werden.

Demgemäß käme es zu einer längst fälligen Neubewertung von Tätigkeiten, die bisher nicht als Arbeit galten:

Das Pflegen von Angehörigen oder Nachbarn, Tätigkeiten für das Gemeinwohl, für die Gesellschaft, Kunst, Kultur und Natur.“

Tatjana Schnell, Prof. in Innsbruck,
Autorin des Buches „Psychologie des Lebenssinn.“
in einem der 33 sehr lesenswerten Gesprächen (S. 243 – 248).

Resümee

Wer Arbeit besser gestalten möchte, wird an diesem Buch nur schwer vorbei kommen.

Eine klare Leseempfehlung!

Nico Rose (2019) Arbeit besser machen! Positive Psychologie für Personalarbeit und Führung. Haufe.