The 3 Good Things Exercise. Oder: Becoming a Daily-Superhero!

Auf der To-Do-Liste haben Sie 8 von 10 Punkten erledigt. Was bleibt hängen? 1. Toll 8 habe ich geschafft oder 2. Ach – 2 habe ich nicht geschafft. Die meisten tendieren zum Zweiten. Dieser Defizitfokus verhindert das Lernen und Weiterentwickeln – nicht nur in Krisenzeiten.

Ein Gedankenexperiment

Starten wir mit einem kleinen Gedankenexperiment. Stellen Sie sich vor es erscheint Ihnen ein Flaschengeist. Er verspricht Ihnen Superkräfte und stellt Sie vor die Wahl:

  1. Möglichkeit: Red-Cape-Superhero: Der Red-Cape-Superhero hat Kraft GEGEN Dinge zu kämpfen, die wir NICHT WOLLEN: Armut, Ungerechtigkeit, Hunger, Gewalt.
  2. Möglichkeit B: Green-Cape-Superhero: Der Green-Cape-Superhero hat Kraft FÜR Dinge zu kämpfen, die wir WOLLEN: Wertschätzung, Zusammenhalt, Harmonie und Gerechtigkeit

Bevor Sie weiterlesen, nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und überlegen Sie welcher Superheld Sie sein möchten. Möchten Sie lieber „schlechte Dinge“ beseitigen können oder „gute Dinge“ vermehren können.

Machen Sie sich dazu ein paar Notizen.

Welcher Superheld ist nun der Bessere? Was ist die richtige Antwort?

Wenn man sich für den Superhelden mit dem roten Umhang entschieden hat, kann man alle Probleme lösen. Man hält Ausschau nach Problemen, die man lösen kann. Wird man Probleme finden? Sicher, es gibt genügend Probleme in der Welt. Das Lösen dieser Probleme wird dem roten Superhelden ein sinnerfülltes Leben bescheren.

Hat man sich für den Superhelden mit dem grünen Umhang entschieden ist man auf der Suche nach Chancen und Möglichkeiten. Das Realisieren von Möglichkeiten wird beim dem grünen Superhelden ebenso ein glückliches und sinnerfülltes Leben führen.

Es geht bei diesem Gedanken-Experiment als nicht um ein „Entweder-oder: Entweder Probleme lösen oder Chancen realisieren“.

Es geht um ein „Sowohl-als-auch“. Beide Superhelden – und somit beide Denkrichtungen – haben ihre Vorteile und ihre Nachteile. Und es ist gut wenn man mit beiden Umhängen umgehen kann. Am besten passt die Metapher der des beidseitigen Umhangs dazu, den man je nach Bedarf hin und her drehen kann. Den roten Umhang für die Problemfokusierung, den grünen Umhang um Chancen zu erkennen und zu realiersieren. So weit so gut.

Was braucht es um aufzublühen?

Es gibt doch Unterschiede

Die Abwesenheit von Krankheit ist nicht automatisch Gesundheit.

Die Minimierung von Fehlern führt nicht automatisch zu Erfolg.

Die Abwesenheit von Defiziten bedeutet noch nicht das Ausleben von Stärken.

Und: Das Fokusieren auf Defiziertminimierung führt nicht automatisch zur Potenzialentfaltung, zum Aufblühen bzw. zum Flourishing wie es in der Positiven Psychologie heißt.

In anderen Worten: Es gibt kein Aufblühen ohne Helden im grünen Umhang. You can’t flourish without a green cape.

„You can’t flourish without a green cape or in less colorful terms well-being is not the same thing as the absence of ill being.“

James Pawelski
Director of Education and Senior Scholar
Positive Psychology Center, University of Pennsyvania

Wie wird man nun zum Green-Cape-Superhero?

Wie bereits oberhalb erwähnt sind beide Superhelden wichtig. Der Red-Cape-Superhero ist jedoch weitaus überrepräsentiert. Dies hat sowohl genetische als soziale Gründe. Ganz früher mussten die Menschen von Sebelzahntiger oder vom Braunbären davonlaufen. Die Problemfokussierung (“Wo ist der Bär?”) war also Überlebensnotwendig. Anderseits tut das Bildungssystem das seine dazu. Wann bekommt ein Schüler ein “Sehr gut” auf ein Diktat. Bei null Fehlern.

Und hierkommen wir zum Eingangsbeispiel zurück. Wann sind wir zufrieden: Wenn wir alle Punkte auf der To-Do-Liste abgehackt haben, also bei null fehlenden Aufgaben.

Mit welchem Trick bringen wir jetzt den Green-Cape-Superhero ins Spiel. Der „Trick“ oder besser die Übung ist einfach und sehr wirksam: The 3 Good Things Exercise.

The 3 Good Things Exercise

  • Schreibe einmal täglich (z.B. abends) drei Dinge auf, die mir Freude bereitet haben oder die mir gut gelungen sind. Wichtig dabei ist: Es müssen keine ganz großen Dinge sein. Es können auch die kleinen Dinge des Lebens, die Mikromomente sein.
  • Notiere kurz (in einem Satz oder ein paar Stichworten) dazu was mein Anteil dabei war bzw. warum es mir Freude bereitet hat / besonders gut gelungen ist.

Beispiele

  • Kuchen backen mit meinen 3 jährigen Sohn: Weil wir es gestern schon ausgemacht haben, und er mir gerne in der Küche hilft. Außerdem ist ihm der Mixer nicht mehr zu laut.
  • Einkäufe für die Nachbaren mitgenommen: Kurze SMS-Umfrage zwei Stunden bevor ich losgefahren bin.
  • Beim Online Kurs weiter gemacht: Im Terminkalender dafür Zeit eingetragen und eingehalten.

Leave a Comment