Positive Emotionen

Das P von PERMA steht für Positive Emotionen.

Positive Emotionen sind mehr als die Abwesenheit von negativen Emotionen, und haben nachweislich positive Auswirkungen auf die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden. Sie sprechen unser Belohnungszentrum an und schütten Glückhormone aus, und verhindern den den Kämpfen-oder-Flucht-Modus. Das bekannteste Konzept nennt zehn Positive Emotionen und stammt von Barbara Fredrickson (2001, 2011).

Definition

Im ersten Faktor des PERMA-Konzepts wird die Wichtigkeit von Positiven Emotionen für das persönliche Wachstum und Aufblühen betont. Positive Emotionen sprechen unser Belohnungszentrum an und schütten Glückhormone aus. Sie lösen kaum den Kämpfen-oder-Flucht-Modus aus, und sind daher weit weniger präskriptiv. Positive Emotionen bringen eher den Geist als den Körper in Gang, und wirken manchmal etwas vage und unscheinbar. Sie machen uns offener, freier, zugänglicher, integrativer, und ermöglichen uns so einen entspannten Zugang zur Lösungsorientierung. Mit ihrer Broaden und Build Theorie konnte Barbara Fredrickson nachweisen, dass wir unter dem Einfluss Positiver Emotionen achtsamer, aufmerksamer und als Folge sozial intelligenter handeln.

Weiters tragen Positive Emotionen erheblich zu unserer physischen und psychischen Gesundheit bei, und haben empirisch nachgewiesenen Langzeitwirkungen.

 

Warum man auf Positive Emotionen besonders achten sollte?

Das bewusste Wahrnehmen und Ausleben von Positiven Emotionen …

  • führt zu höherem subjektivem Wohlbefinden, also höherem Glückserleben. Das bewusste Wahrnehmen und Ausleben von Positiven Emotionen ist somit einer der effektivsten Schutzmechanismen vor Burnout und Depression.
  • sorgt dafür, dass glücklichere Mitarbeiter*innen bessere Leistungen erbringen, kaum über einen Jobwechsel nachdenken und auch für nachweislich zufriedener Kunden*innen sorgen.
  • verbessert sowohl zu besserer psychischer als auch physischer Gesundheit. In Studien konnten beispielsweise ein gesünderes Herz (höherer kardinaler vagaler Tonus) und eine stärkere Immunabwehr gegen Erkältungen nachgewiesen werden.

 

Unsere Annahmen über Emotionen

Wenn man sich mit dem Thema Emotionen beschäftigt, muss man sowohl über positive als auch über negative Emotionen sprechen. Gehen wir davon aus, dass unsere diesbezüglichen Annahmen negativ geprägt sind. Wir verfügen über einen sogenannten negativen Bias. Das heißt, wir nehmen negative Emotionen und somit Gefahren stärker und intensiver wahr als positive Emotionen und Chancen. Dies hat evaluationstheoretisch gebracht durchaus Vorteile, und hat auch in der Gegenwart seine Berechtigung. Unsere Vorfahren haben deshalb überlebt, weil Sie vor gefährlichen Tieren wie dem Säbelzahntiger oder dem Braunbären geflüchtet sind. Die verstärkte Wahrnehmung negativer Emotionen und Reize hat auch heute noch seine Berechtigung. Was nützt es mir, wenn ich super drauf bin, bester Stimmung und von einem LKW überfahren werde.

Auch im Bildungssystem, in Schulen und Hochschulen, ist das vorherrschende Paradigma Fehlervermeidung. Dies trägt dazu bei, dass die „natürliche“ Veranlagung verstärkt wird. Soweit die Ausgangslage. Das heißt, wir müssen uns im Speziellen darum bemühen, positive Emotionen gezielt wahrzunehmen.

Weiters kommt noch dazu, dass wir negative Emotionen nicht nur stärker wahrnehmen, sondern auch stärker in Erinnerung behalten. Hier merken wir uns einfach das Verhältnis drei zu eins. Negative Emotionen wirken dreimal so stark. Das heißt im Umkehrschluss, wir sollten uns bemühen positive Emotionen dreimal so stark wahrzunehmen. Weiters sollten wir uns auch dreimal so stark bemühen, positive Emotionen mit unserem täglichen Tun, im täglichen Verhalten selbst „zu produzieren“, zu forcieren. Manche Paartherapeuten empfehlen ein Verhältnis fünf zu eins.

Wer sich jetzt denkt „Wie soll ich das nur machen es gibt ja so viele positive (und negative) Emotionen“, der oder dem sei gesagt, dieser kleine Aufschrei weist nur auf den eigenen negativen Bias hin – und ist absolut okay. Für die positiven Emotionen gibt es einen wunderbaren Kompass von Barbara Fredrickson mit 10 positiven Emotionen.

Bei dem Begriff Positive Emotionen geht es um ihre mir mehr als um nur Spaß haben. Vor allem wenn man das Wort „happiness“ wörtlich übersetzt. Happiness wird gerne mit Spaß haben oder auch glücklich sein übersetzt. Dies gehört zwar auch dazu, ist aber nur ein Teil davon.

Die zehn Positiven Emotionen sind:

    1. Freude (Joy)
    2. Dankbarkeit (Gratitude)
    3. Gelassenheit und Heiterkeit (Serenity)
    4. Liebe & Verbundenheit (Love)
    5. Interesse
    6. Hoffnung (Hope)
    7. Stolz (Pride)
    8. Vergnügen (Amusement)
    9. Inspiration
    10. Ehrfurcht (Awe)

 

Quellen:

Fredrickson, B. (2001). The role of positive emotions in positive psychology: The broaden-and-build theory of positive emotions. In: American Psychologist. 56, 2001, S. 218–226.

Fredrickson, B. (2011). Die Macht der guten Gefühle. Wie eine positive Haltung Ihr Leben dauerhaft verändert. Campus.